Verwöhnt werden wir von den Bauersleuten mit Eiern, Orangen, Salat, Oel, Grapefruits, Zitronen. Wir zahlen für den Aufenthalt ganze 15 Euro inkl. Trinkgeld.
Nächster Stopp ist Capo Colonna. Wir wähnen uns in Griechenland. Da steht eine Säule als letztes Überbleibsel eines der grössten und wichtigsten Heiligtümer der «Magna Graecia», der Tempel der Hera. Sie galt als die Schutzpatronin der Seefahrer und Frauen.
Über «Le Castelle» fahren wir wieder hoch in die Berge nach Squillace. In der Töpferhochburg lassen wir uns die spezielle Verzierungskunst von einer Künstlerin erklären. – Auch hier hat die griechische und byzantinische Ära Spuren hinterlassen.
Unser Nachtquartier schlagen wir in Lido Caulonia auf dem einfachen Camping Koku auf. Direkt am weissen, kilometerlangen und verlassenen Strand.
Wir besuchen Gerace (10 km von der Küste weg auf dem Berg). Gerace gilt als eines der schönsten Altstädtchen Kalabriens. Zuoberst im Ort stehen die Ruinen des «Castello Normanno» von dem man einen weiten Rundblick hat. Wir schlendern durch die engen Gassen zum Duomo. Dem einzigen von den Normannen erbauten Dom in Kalabrien. Das riesige Kirchenschiff mit den 20 Säulen ist beeindruckend. Wir geniessen auf dem Dorfplatz einen Café und die feinen Patisserie-Stückli und schauen zu wie hier der Glöckner die Mittagsstunde einläutet. Es ist heiss und so fahren wir im kühlen Bus weiter. Am südlichsten Punkt Italiens suchen wir vergeblich nach einer Beiz am Meer. So landen wir in einem einfachen, offenen Lokal in Palizzi. Spontan wird uns ein Meerfrüchte Antipasto und Spaghetti Pescatore serviert. Dazu bekommen wir «Bauernwein», den man mit Eiswürfeln fast wie Rosé trinken kann. Wir erfahren vom Wirt viel über Italien, Südkalabrien, die Jugendarbeitslosigkeit und die vielen Bauruinen. Der Thermometer zeigt 40°!
Der Süden von Italien hat endlose schöne Sand- und Kiesstrände aber keine Infrastruktur für Touristen. Einzig B&B funktioniert etwas.
Nachdem wir beim ersten Camping abblitzen und den zweiten nicht finden, entschliessen wir uns den Süden zu verlassen. Wir haben genug gesehen: Untenrum zu fahren bedeutet schöne Strände, herrliches Meer und nette Leute, aber auch kaum Infrastruktur, viel, viel Abfall und unzählige Bauruinen.
Nach zwei Stunden Schnellstrasse landen wir kurz vor dem Eindunkeln in Capo Vaticano bei Tropea. Auf dem Camping Costa Verde werden wir herzlichen empfangen und richten uns «frontemare» auf dem Traumplatz ein. Hier bleiben wir eine Weile! Sünnele, Bädele, Bloggen…
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