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Un Osteria nel Cilento

Gefühlt sind es zigtausend Kurven in einem Niemandsland aus dichtem Wald, der sich mit Macchia abwechselt. Ab und zu sehen wir in der Ferne kleine Dörfer. Der Chauffeur Jürg weicht den Schlaglöchern auf der Strasse gekonnt aus. Die entgegenkommenden Alfas, Lancias und Fiats haben ein Talent im Kurvenschneiden. Das gemütliche Fahren hat den Vorteil, dass wir die Landschaft langsam an uns vorbeistreichen lassen. Der Nationalpark ist beeindruckend und bekannt als Ausflugs- und Wandergebiet. Wir sehen jedoch nur wenige Hinweisschilder oder Möglichkeiten zum Parken oder Verweilen. Nur direkt an der Strasse finden wir einen Picknick-Platz. Wanderwege und Kennzeichnungen sind inexistent (ohne Wanderkarte hat man hier kaum eine Chance). Schade, denn die Landschaft hätte so viel zu bieten.

Unsere «Googelina» führt uns, trotz einigen «kein GPS-Signal» bis nach Valle dell’Angelo.

Herzlich werden wir in der Osteria «La Piazzetta» empfangen. Wir beziehen unser Zimmer und duschen als erstes. Es ist immer noch heiss. Nach einer kurzen Siesta, nehmen wir unseren Aperitif auf der Piazza vor der Osteria ein. Das Dorfleben beginnt.  

 

Um 20 Uhr werden wir zu Tisch gerufen. Die Köchin Carmela serviert uns einen fantastischen Viergänger. Dabei erklärt sie jeweils auf ihre sympathische Art was es jeweils ist und wie sie es zubereitet hat.

  • Gemüseantipasto mit Tortina di Zucchini con erbe e curcuma e menta e bricciole di pane aromatizzato. Sushi di melanzana ripiena con pan salato. cicoria catalogna su crema di fave.  Peperoncino  non crusco ma arrostito.
  • Zweierlei Pasta mit due Ravioli ripieni di ricotta di capra e pecora aromatizzate alle erbe selvatice. Scialatelli con salsa alle verdurine e manzo.
  • Weil in der Zwischenzeit ein Dorfbewohner mit einem Jutesack voller Borretsch vorbeikommt und wir nachfragen was das ist, gibt es dazwischen spontan ein ausgebackenes Blatt Borigine.
  • Hauptgang ist ein Duo di polpette, una con ricotta fresca e una con carne di manzo e una piccola parmigiana di melanzane.
  • Zum Dessert bekommen wir eine Bisquittorte mit crema pasticciera e crema di banana, aromatizzate con passito e uvetta. Un raviolo, fatto con farina e olio, senza uova, ripieno di ricottina aromatizzata al rum

Alle Zutaten sind aus eigener Produktion, von ihren Gärten ums Dorf, selbst das Mehl stellen sie selber her. (Slow Food, 0 Km). Es kann schon sein, dass man seinem Essen einmal in die Augen geschaut hat. Wir würden Carmela mit «Sternen» auszeichnen. Etwas vom Feinsten und Speziellsten was wir auf der Reise bisher gegessen haben.  

Angelo ist der Gastgeber und darauf bedacht, dass wir jederzeit etwas im Glas haben.

 

Müde fallen wir kurz vor Mitternacht ins Bett. Pünktlich um 24 Uhr leert sich die Piazzetta und es wird ruhig. Bis auf dem Kirchturm, der die ganze Nacht die Stunde plus die Viertelstunde schlägt.

 

Am nächsten Morgen bekommen wir einen salzigen Frühstücksteller von Carmela. Angelo erklärt uns den Weg für die 2-stündige Wanderung dem Fluss entlang zur Quelle. Diese finden wir auch, doch leider ist der Fluss weit unten im Tobel und nicht wie wir es erwartet haben. So bietet der kurze Stopp am Ziel nur Erfrischung für Gian. Die Quelle stürzt in einem Wasserfall hinunter und wir stehen oben und können nur zusehen. Eine gigantische Kröte (grösser als meine beiden Hände) guckt uns dabei zu.

 

Nach dieser schweisstreibenden  kleinen Wanderung geniessen wir umso mehr zwei feine Limonaden in unserer Osteria. Zum Abschied vom Piazzetta-Team gibt es Fotos und herzliche Umarmungen.

 

Warum es uns hier so gefiel? Die Herzlichkeit, die Natürlichkeit und auch der Name der Webseite: www.confusimafelici.it

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